Modul 6 – Einheit 1
Meine Bilderwelten
Hintergrundwissen für Anwender*innen:
In dieser Einheit sammeln die Teilnehmenden (TN), welche Bilder sie von Israel im Kopf haben. Ziel ist es, eigene Prägungen zu reflektieren und bewusst wahrzunehmen. Dabei besteht immer die Gefahr, dass antisemitische Bilder reproduziert werden können. Deshalb gilt: Problematische und diskriminierende Aussagen (z.B. „In Israel ist immer Krieg.“, „Israel darf es gar nicht geben.“, „Die Palästinenser sind alle Terroristen.“) sollten entweder direkt eingeordnet oder zumindest zur Diskussion oder in Frage gestellt werden, ohne die TN zu stark zu verunsichern. Es geht darum, eine nicht ganz leichte Balance zu finden: Einerseits einen offenen Raum zu schaffen, andererseits problematische Positionen nicht unkommentiert stehenzulassen.
Einzelarbeit reduziert ggf. Gruppendynamiken und ermöglicht ein offenes Nachdenken. Gleichwohl kann auch „soziale Erwünschtheit“ eine Funktion haben, etwa um verletzende Aussagen zu vermeiden. Die Methoden sollten deshalb je nach Einschätzung an die Gruppe angepasst werden.
Tipp zur Bildstörung:
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Ziel
Die Teilnehmenden setzen sich mit ihren eigenen Prägungen auseinander, indem sie ihre Bilder von Israel reflektieren und sammeln. Den Anwender*innen wird dadurch ein erster Eindruck vermittelt, welche Assoziationen und Vorstellungen in der Gruppe vorhanden sind. Gleichzeitig wird ein möglichst offener Raum geschaffen, der auch Möglichkeiten für das Äußern von Fragen und Unsicherheiten bietet. Je nach Zusammensetzung der Gruppe können die biografischen Fragen angepasst werden.
Ablauf
Die Teilnehmenden erhalten zunächst das Arbeitsblatt „Meine Bilderwelten“, auf dem biografische Fragen zu finden sind, die jede*r für sich allein in Stichpunkten oder in Zeichnungen beantworten kann. Diese Fragen lauten:
– Wann und wo hast du das erste Mal von Israel gehört?
– Was weißt du über Israel?
– Wo siehst, liest oder hörst du von Israel?
Wenn es zur Gruppe passt, kann auf diese Einzelarbeit ein Austausch in Kleingruppen folgen, damit die Teilnehmenden erste Gedanken in kleinerem Rahmen teilen, bevor sie im Plenum zusammenkommen.
Anschließend findet eine Aufstellungsübung im Plenum statt. Die*der Anwender*in liest Sätze vor und die TN positionieren sich im Raum zwischen zwei Polen, beispielsweise „ja, sehr“ und „nein, überhaupt nicht“. Den Prozess der Aufstellung beobachtet die*der Anwender*in genau, weil dort Entscheidungsprozesse nichtsprachlich sichtbar werden können.
Nach jeder Positionierung interviewt die*der Anwender*in einige Teilnehmende und fragt nach den Gründen für ihre Entscheidung, etwa: „Warum stehst du hier?“ oder „Du hast gezögert, was ist die Uneindeutigkeit?“ Wenn sich Gespräche zwischen den Teilnehmenden entwickeln, etwa durch Kontraste in den Positionierungen, sollen diese ausdrücklich gefördert werden. Während der Übung wird im Raum ein „Parkplatz“ sichtbar eingerichtet, zum Beispiel ein Flipchart oder eine Tafel, auf dem Bilder, Aussagen oder Fragen gesammelt werden, die später noch einmal aufgegriffen und besprochen werden sollen.
Sätze als Auswahl für die Aufstellung:
– „Ich verstehe die Geschichte von Israel.“
– „Ich habe kein klares Bild von Israel.“
– „Mich gehen Israel und die Konflikte dort nichts an.“
– „In Deutschland haben wir eine besondere Verantwortung im Blick auf Israel.“
– „Mein Bild von Israel ist eher positiv geprägt.“
– „Ich habe den Begriff ‚Existenzrecht Israel‘ schon einmal gehört.“
Methode
Die Einheit kombiniert die individuelle Auseinandersetzung in Form von Einzelarbeit mit einer anschließenden Aufstellungsübung im Plenum. Optional kann eine Kleingruppenphase vorgeschaltet werden, um Hemmschwellen abzubauen.
Material
– sichtbarer „Parkplatz“ wie Tafel, Flipchart oder Pinnwand

