Eine Vernachlässigung notwendiger Grundlage: Reflexion über die Rolle der Grundschulen in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit
„Spreche ich von der Erziehung nach Auschwitz, so meine ich zwei Bereiche: einmal Erziehung in der Kindheit, zumal der frühen; dann allgemeine Aufklärung, die ein geistiges, kulturelles und gesellschaftliches Klima schafft, das eine Wiederholung nicht zuläßt, ein Klima also, in dem die Motive, die zu dem Grauen geführt haben, einigermaßen bewußt werden.“ (Adorno: Erziehung nach Auschwitz, 1966)
In Bezug auf Adornos Aussage beschäftigt sich dieser kurze Beitrag mit der Frage, inwiefern die Grundschule als Lernort für antisemitismuskritische Bildung im bildungspolitischen und gesellschaftlichen Kontext berücksichtigt wird und wurde. Dazu werden (online verfügbare) Bildungsmaterialien und Ansätze dahingehend überprüft, ob die Grundschule mitgedacht wird. Darüber hinaus wird die Frage nach der allgemeinen Bedeutung und Wertschätzung von Primarpädagogik und deren Lehrpersonen aufgeworfen und eine auffällige Direktverbindung zwischen antisemitismuskritischer Bildung und Holocaust-Education beschrieben.
In diesem Text wird erörtert, ob und wie eine kritische Bildung gegen Antisemitismus oder sogar eine Prävention von Antisemitismus in der Grundschule außerhalb von Holocaust Education gelingen kann.

