Die Ausgabe Religion unterrichten: Judentum und Christentum im Dialog widmet sich dem Verhältnis von Judentum und Christentum sowie dessen Bedeutung für den Religionsunterricht. Ausgehend von der theologischen Verwiesenheit des Christentums auf das Judentum, der konfliktreichen Geschichte und den Entwicklungen des christlich-jüdischen Dialogs seit der Shoah zeigt das Heft, wie der Dialog sowohl als Lerngegenstand als auch als didaktisches Prinzip religiöser Bildung erschlossen werden kann.
Die grundlegenden Beiträge beleuchten den jüdisch-christlichen Dialog aus unterschiedlichen Perspektiven: Jehoschua Ahrens führt in jüdische Sichtweisen ein, Gregor M. Hoff und Bernd Schröder stellen katholische bzw. evangelische Perspektiven vor. Marianne Grohmann widmet sich dem Verhältnis jüdischer und christlicher Bibelauslegung und plädiert dafür, jüdische Auslegungstraditionen stärker in den Religionsunterricht einzubeziehen.
Die Praxisbeiträge greifen diese Perspektiven für verschiedene Schulstufen auf: Nurith Schönfeld entwickelt für die Sekundarstufe I einen Unterrichtsentwurf zur Erzählung vom Turmbau zu Babel, der Methoden traditioneller jüdischer Lernkultur wie Chawruta-Lernen und Pilpul aufgreift. Michael Balceris stellt für die Sekundarstufe II ein Unterrichtsvorhaben vor, das anhand zentraler Quellen und Dialogdokumente grundlegende Fragen des jüdisch-christlichen Verhältnisses erschließt.
3. Jahrgang | Heft 1 |2022
Verantwortliche Herausgebende: Prof. Dr. Jan Woppowa und Dr. Winfried Verburg
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