Christliche Signatur des zeitgenössischen Antisemitismus – Eine Bilanz
In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Christliche Signatur des zeitgenössischen Antisemitismus“ entwickelten die Freie Universität Berlin, das Leibniz Institut für Bildungsmedien | Georg Eckert Institut, die Evangelischen Akademien in Deutschland in Kooperation mit dem Selma Stern Zentrum und narrt die Ansätze eines Vorgänger-Projektes „Antisemitismus und Protestantismus“ ökumenisch und interdisziplinär weiter. Dabei ging es um die Frage nach den Umschichtungen und Rekombinationen des christlichen Antijudaismus/Antisemitismus im 19. Jh., die Frage nach den Selbstidealisierungen auch im christlich-jüdischen Gespräch wie auch um Bildungsmaterialien und deren in Feldforschung beobachtetem Gebrauch zur impliziten oder expliziten Bearbeitung des jüdisch-christlichen Verhältnisses bzw. darin der Darstellung des Judentums nicht selten immer noch als Negativfolie, insbesondere des jesuanischen Weges und damit der Kirche.
Die bilanzierende Tagung im April 2025 fasste die Ergebnisse zusammen. Dabei wurde wenig überraschend deutlich, dass das Thema noch weiterer intensiver Bearbeitung bedarf, denn gerade die christliche Signatur, die sich in so vielen Facetten des sogenannten säkularen Antisemitismus zeigt, braucht noch viel Forschung und Bildungselemente zur wissenschaftlichen, pädagogischen und theologischen Erschließung.
In der vorliegenden Broschüre wird eine Auswahl an Texten der Tagung sowie ein weiterer nicht im Tagungszusammenhang, aber in der inhaltlichen Bestimmung des Themas erläuternden Text zusammengestellt. Dabei spielt einerseits die kritische Theorie und ihre Sicht auf diese christliche Signatur eine, wie wir finden, sehr erhellende Rolle für das Verstehen von gegenwärtigem Antisemitismus, andererseits auch die aktuelle Frage nach der Rolle des israelbezogenen Antisemitismus.
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