narrt-FACHTAG 2024

10.06.2024, online

Der narrt-Fachtag 2024 war inhaltlich besonders vielfältig und intensiv. Unter dem Titel „Erinnerungskultur 2.0“ präsentierte Sabine Jarosch (wiss. Assistentin für Interkulturelle Theologie an der Augustana-Hochschule und Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern) den ersten Vortrag des Tages. Sie sprach über die Notwendigkeit, sich über die Dichotomie von Antisemitismuskritik und Postkolonialismus hinwegzusetzen und die Bedeutung des post(ost)migrantischen Erzählens. Jarosch betonte, dass eine wirklich multiperspektivische Erinnerungskultur, auch in der Kirche, notwendig sei, um den verschiedenen Gewaltgeschichten gerecht zu werden.

Kristina Herbst und Nina Schmidt (vom DisKursLab – Labor für antisemitismus- und rassismuskritische Bildung & Praxis an der Evangelischen Akademie zu Berlin) stellten den digitalen VerLernKurs vor. Dieser Kurs bietet rassismuskritische Impulse für die kirchliche Praxis und Bildung. Die Präsentation hob hervor, dass es notwendig ist und wie es gelingen kann, das eigene rassistische Denken zu erkennen und zu verlernen. Der Kurs richtet sich sowohl an Personen, die von Rassismus profitieren, als auch an diejenigen, die negativ betroffen sind. Die sich an die Präsentation anschließende Diskussion lotete konstruktiv aus, an welchen Stellen der Kurs weiterbearbeitet werden und wie er zukünftig noch mehr Menschen erreichen kann.

Eberhard Löschke (Pfarrer i.R.) hielt den dritten Vortrag des Tages über Rassismus und Antisemitismus in den Schriften von Kant. Er erläuterte Kants rassistische Hierarchien und dessen essentialistische Beschreibung orientalischer Völker sowie dessen Vorstellung von der „Euthanasie des Judentums“ als Ende der jüdischen Religion zugunsten einer christlichen Vollendung. Auch dieser Vortrag wurde gefolgt von einer Diskussion.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmenden alle drei Impulse miteinander zusammendenkend und weiterführend, je an den Schnittstellen wissenschaftlicher Auseinandersetzung und praktischer Impulse.

Eine Vernetzung zur Weiterarbeit wurde begonnen ebenso wie ein Austausch über Netzwerk-Aktivitäten und zukünftige Schwerpunkte.

narrt-FACHTAG 2023

17.05.2023, online

Werkstatttreffen des Netzwerks

Zum 5. Mal lädt das Netzwerk antisemitismus- und rassismuskritische Religionspädagogik und Theologie (narrt) seine Mitglieder zu einem Werkstatt-Fachtag ein. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden bei diesem Format von den Teilnehmenden festgelegt.

Themen des Fachtags können offene Fragen, Probleme oder Herausforderungen innerhalb des thematischen Spektrums des Netzwerks sein. Dazu gehören neben Antisemitismus und Rassismus auch die Themen Antiziganismus, Diskriminierung, Klassismus und Rechtsextremismus.

Der Fachtag bietet Raum für vier verschiedene Inputs der Mitglieder, die am Nachmittag in Arbeitsgruppen vertieft bearbeitet werden. Der Austausch und die Diskussion der Vorträge haben Werkstattcharakter: Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Arbeiten im Prozess. Die von den Teilnehmenden angemeldeten Kurzvorträge können darum auch Problemaufrisse sein. Sie können unfertig und experimentell sein; Sätze dürfen gesprochen und wieder zurückgenommen werden.

Der Tag dient darüber hinaus der Zusammenarbeit und der Vernetzung aller narrt-Mitglieder.

Hier finden Sie das Programm

narrt-FACHTAG 2022

23.05.2022, online

Der mittlerweile dritte digitale narrt-Fachtag, zu dem die Steuerungsgruppe des Netzwerkes im Frühjahr einlädt, fand in diesem Jahr am 23.05. statt. Er dient dem netzwerkinternen Austausch zu aktuellen Themen und Fragestellungen im Bereich der antisemitismus- und rassismuskritischen Religionspädagogik und Theologie. Der Vormittag wurde mit vier Impulsen gestaltet: Rassismuskritisch wurde nach der Partizipation von internationalen Gemeinden innerhalb der Landeskirchen in Deutschland gefragt. Gesucht wurde nach Möglichkeiten und Grenzen Rassismus- und Antisemitismusdiskurse in Deutschland und den USA zu parallelisieren und antisemitismuskritisch nachgedacht wurde weiterhin über die Darstellungen vom Sonntag in Schulbüchern für den Ev. Religionsunterricht in Deutschland. Schließlich wurden Einblicke in die Verbundstudie „Zwischen Nächstenliebe und Abgrenzung“ sowie in die Implikationen für die Arbeit im Netzwerk gegeben. Am Nachmittag wurden diese Impulse im Rahmen von Workshops vertiefend besprochen und im Anschluss Perspektiven und Aufgaben für die weiteren Entwicklungen im und des Netzwerkes narrt entwickelt.

NÄCHSTER TERMIN:

2025

LETZTE VERANSTALTUNG:

10. Juni 2024

23. Mai 2022

2021

narrt-FACHTAG 2021

Der Fachtag im vergangenen Jahr fand zum dritten Mal statt und bot Raum für 5 Input-Vorträge mit folgenden Themen:

1. Marita Koerrenz, Stefan van der Hoek: Zur Aktualität von Paulo Freire

2. Christina Biere, Frauke Petersen: Raus aus Happyland! Wie gestalten wir gemeinsam rassismuskritische Prozesse in kirchlichen Institutionen in Deutschland?

3. Ariane Dihle, Hana Hlásková, Anastassija Kononowa, Alica Saathoff, Ursula Sieg, Adriana Stern.: Religiöse Identität als ein Identitätsbaustein von vielen – Ein Unterrichtsentwurf zum Thema Identität am Beispiel Schabbat

4. Marie Hecke: „Hermeneutik der Ambivalenz“ als Gelingensbedingung für eine antisemitismuskritische Bibeldidaktik des Ersten Testaments

5. Verena Mildner: Antisemitismus und Antijudaismus im Linksprotestantismus?

Im Anschluss wurden die Themen in kleinen Arbeitsgruppen weiter diskutiert und besprochen.

Der Fachtag dient neben dem inhaltlichen Austausch auch dem Kennenlernen und der Vernetzung der Netzwerk-Mitglieder und dem gemeinsamen Planen von Projekten.