Gefährlicher Flirt zwischen autoritärem Rechtspopulismus und christlichem Fundamentalismus?

16Mär19:0020:30Gefährlicher Flirt zwischen autoritärem Rechtspopulismus und christlichem Fundamentalismus?19:00 - 20:30(GMT+01:00)

Über die Veranstaltung

In der Online-Diskussionsreihe „Radikal Rechte Refugien“, werden unterschiedliche Subkulturen und Anknüpfungspunkte radikal-rechter Akteur:innen diskutiert. In jeder Sitzung wird eine Lebenswelt radikal-rechter Akteur:innen gesondert behandelt. Ziel ist es dabei, ein tiefgreifendes Verständnis der diversifizierten radikal-rechten Strukturen, Strategien und Ideologien zu entwickeln, um demokratie- und menschenfeindliche Akteur:innen sowie deren Ideologiefragmente besser erkennen und entgegentreten zu können.

An diesem Abend anylisiertt Dr. Rita Perintfalvi mit uns die unheilige Allianz zwischen dem autoritären Rechtspopulismus und dem christlich- religiösen Fundamentalismus:

In der Zeitepoche des aufsteigenden politischen Autoritarismus erleben wir beängstigende Prozesse, durch die der demokratische Rechtsstaat und der nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grundlage der Menschenrechte entstandene politische Konsens in immer mehr Ländern in Europa in Frage gestellt werden. Durch eine unheilige Allianz zwischen dem autoritären Rechtspopulismus und dem christlich- religiösen Fundamentalismus entstehen heftige Identitäts- und Geschlechterkämpfe, die die Vielfalt und Pluralität völlig ablehnen. In einer identitären Volksgemeinschaft sowie in einer illiberalen Demokratie ist kein Platz für den „Anderen“, für das „Fremde“. Die neorechte Ideologie hebt das Prinzip der Homogenität hervor und beseitigt die Heterogenität. Da aber das universalistische Prinzip, also die Anerkennung der Gleichberechtigung und Würde aller Menschen für die christliche Ethik unabdingbar ist, müssen die christlichen Kirchen und Theologien menschenverachtende, gewaltbereite Fremdenfeindlichkeit, und den militanten und sexuellen Nationalismus unbedingt verurteilen. Im Referat werden Fallbeispiele aus Ungarn, Österreich und Deutschland dargestellt. 

Dr. Rita Perintfalvi Post-Doc-Universitätsassistentin am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz im Rahmen des fakultären Forschungsschwerpunktes Genderforschung. Sie ist katholische Fachtheologin, in Wien promovierte Alttestamentlerin, Religionslehrerin, Kulturmanagerin, Sozialmanagerin mit Spezialisierung auf psychosoziale Prävention, Publizistin und Bloggerin. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt „(Re)learning to be human: Anti-Gender-Attacken im Horizont des religiösen Fundamentalismus und Rechtspopulismus“ werden interdisziplinär die Forschungsergebnisse der Geschlechterforschung, der Politikwissenschaft, der Soziologie, der politischen Philosophie und der feministischen Ethik und insbesondere der Bibelwissenschaft integriert.

Die Veranstaltungsreihe „Radikal-rechte Refugien“ wird vom Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der katholischen Kirche Bayern ausgerichtet. 

Die Teilnahme an der Veranstaltungsreihe ist kostenlos. Es besteht die Möglichkeit, unsere Arbeit mit einem freiwilligen Solidarbeitrag zu unterstützen.

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Zeit

(Donnerstag) 19:00 - 20:30(GMT+01:00)